Fachbegriffe - Ihr Lexikon zum Nachschlagen



Faszie

Faszie, auch Fascie, kommt aus dem Lateinischen: fascia für „Band“, „Bandage“. Die Faszien bestehen aus Bindegewebe und umhüllen alle Körperstrukturen (Muskeln, Bänder, Nerven etc.). Wenn man alle Organe und Körperstrukturen aus dem Körper entfernen würde bis auf das Bindegewebe, dann hätte man ein genaues Abbild des Körpers. Faszien durchdringen den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk.

Generell kann man die Faszien in drei Schichten aufteilen:

  1. Die "oberflächliche Schicht": oberflächliche Faszien befinden sich im Unterhautgewebe in den meisten Teilen des Körpers und vermischen sich mit der retikulären Schicht der Lederhaut. Sie liegt direkt subcutan, hier gibt es auach eine Reservekapazität für die Ansammlung von Stoffwechselmetaboliten und Flüssigkeit.
  2. Die "tiefe Schicht": tiefe Faszien sind die dichten und faserreichen Bindegewebsschichten und -stränge. Sie durchdringen und umhüllen die Muskeln, Gefäße, Knochen, Nervenbahnen und innere Organe des Körpers. Somit ermöglichen sie auch eine interstrukturelle Verschieblichkeit.
  3. Die dritte Schicht besteht aus lockerem, gefäßreichem Bindegewebe und bettet somit Organe ein und schließt Zwischenräume

Die Faszien haben folgende Funktion:

  • Stütz- und Trägerfunktion (Faszien sid die tragende Struktur für Nerven-, Gefäß- und Lymphsystem)
  • Schutzfunktion (Faszien schützen den Körper vor Streß und Gewalteinwirkungen und vor Spannungskräften)
  • Stoßdämpferfunktion (Die Proteoglykane als ein Bestandteil der Grundsubstanz können sich in eine viskös-elastische Substanz verwandeln und fungieren damit auch stoßdämpfend)
  • Abwehrfunktion
  • Rolle in der Hämodynamik (Faszien erleichtern den venösen und lymphatischen Rückstrom, sie bewegen sich mit einer Frequenz von 8-12 Zyklen/min)
  • Rolle bei Kommunikation und Austausch
  • Biochemische Funktion

Die Osteopathie hat vor allem die Mobilisation und die Eutonisierung der Faszien als Ziel.