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Neuraltherapie

Die Neuraltherapie geht davon aus, daß jede Zell- und Organleistung von Antrieben des Nervensystems abhängig und deshalb auch durch dieses primär einer Behandlung zugängig sei. Bei der Neuraltherapie handelt es sich in der Regel um eine Injektionsbehandlung direkt am Nerv mit Betäubungsmitteln (Lokalanästhesie z. B. novocainhaltige Präparate).

Die Neuraltherapie hat die Ausschaltung von Störfeldern zum Ziel hat und dient der Schmerzstillung, der Lösung von Gefäß- und Muskelkrämpfen und der Durchblutungsanregung.

Bei der Neuraltherapie verwendet man Lokalanästhetika zu therapeutischen und/oder diagnostischen Zwecken. Man versteht darunter die Injektion von Lokalanästhetikalösungen (1% Lidocain oder Procain ohne Vasokonstriktionseffekt), unter anderem auch in Akupunkturpunkte. Dabei können Stoffwechselschlacken aus den gestörten Regionen über die Lymphe zum Abfluss gebracht werden.

Basierend auf den Erkenntnissen des sog. segmentalen Körperbaus schliesst man, dass Reizzustände von Organen immer ontogenetisch in Zusammenhang stehende Strukturen (z.B. die Haut, die Muskulatur, die Knochen über Nerven und Gefäße) mit einschliessen.

Für die Diagnostik der zu akupunktierenden Punkte wendet man die Methode nach Kibler an, die auch unter dem Namen "Kiblerscher Hautfaltentest" bekannt ist. Danach palpiert man die Haut z.B. den Rückenbereich, indem man die Haut des Tieres leicht anhebt und durch die Finger von caudal nach cranial gleiten läßt. Wenn sich die Haut an einigen Stellen nicht leicht abheben und verschieben läßt, dann deutet dies auf Muskelverhärtungen oder Gelosen hin, die Tiere zeigen zudem meist Zeichen von Abwehr oder Schmerz.